Fragen Sie fünf Agenturen, was B2B Demand Generation kostet, und Sie erhalten fünf Zahlen, die untereinander nicht vergleichbar sind. Hinter den Angeboten stecken unterschiedliche Leistungsumfänge, unterschiedliche Mediabudgets und sehr unterschiedliche Definitionen davon, was überhaupt ein Lead ist. Dieser Beitrag zerlegt die Kostenfrage in die Teile, die Sie tatsächlich vergleichen können.
Die kurze Antwort sind Bandbreiten, keine Preisliste
Die meisten B2B-Unternehmen kalkulieren ein Gesamtbudget aus Honorar und Mediabudget. Laut den am häufigsten genannten Marktspannen beginnen Agentur-Retainer bei rund 3.000 US-Dollar pro Monat und gehen bei großem Leistungsumfang über 20.000 US-Dollar hinaus. Das Mediabudget kommt obendrauf. Nach unserer Erfahrung brauchen B2B-Programme mit bezahlten Kanälen mindestens 10.000 bis 15.000 US-Dollar Mediabudget pro Monat, damit genug Daten für die Optimierung zusammenkommen.
So weite Bandbreiten sind unvermeidlich. Ein Programm für einen Markt, einen Kanal und eine Sprache liegt am unteren Ende. Ein Demand-Generation-Programm in mehreren Märkten mit bezahlter Suche, LinkedIn, Retargeting, Content-Promotion und Reporting in mehreren Sprachen liegt am oberen Ende. Die folgenden Abschnitte zeigen, wo Sie in dieser Bandbreite stehen und wie Sie aus Ihren eigenen Zahlen kalkulieren.
Rechnen Sie das Budget vom Umsatzziel her
Der sauberste Weg zu einem Demand-Generation-Budget führt über Ihre eigene Umsatzplanung. Legen Sie fest, wie viele Neukunden Sie brauchen. Teilen Sie diese Zahl durch Ihre Abschlussquote. Heraus kommt die Zahl der nötigen Opportunities, die Ihr CRM als Verkaufschancen führt. Multiplizieren Sie diese Zahl mit Ihren historischen oder geschätzten Kosten pro Opportunity. Das Ergebnis beruht auf Ihren eigenen Zahlen, und Sie sehen sofort, ob ein angebotener Retainer dazu im Verhältnis steht.
Ein Rechenbeispiel. Sie brauchen 12 Neukunden im nächsten Jahr und schließen eine von vier Opportunities ab, das ergibt 48 Opportunities. Kostet Sie eine Opportunity 2.000 US-Dollar, braucht das Programm rund 96.000 US-Dollar pro Jahr, also 8.000 US-Dollar pro Monat für Honorar und Mediabudget zusammen. Liegt Ihr durchschnittlicher Auftragswert bei 50.000 US-Dollar, ist dieses Budget offensichtlich vernünftig. Liegt er bei 5.000 US-Dollar, ist es das nicht, und daran ändert auch die Wahl der Agentur nichts.
Fünf Faktoren bewegen den Preis
Der Abstand zwischen dem unteren und dem oberen Ende dieser Bandbreite geht größtenteils auf fünf Faktoren zurück. Der Leistungsumfang bewegt den Preis sehr viel stärker als Name oder Standort der Agentur.
Kanäle
Bezahlte Suche, LinkedIn, Retargeting-Netzwerke, Content-Syndication: Jeder dieser Kanäle kostet echte Wochenarbeit. Zwei ordentlich geführte Kanäle schlagen fünf nebenher betreute. Wie viel Kapazität allein bezahlte Suche bindet, wird in Angeboten regelmäßig unterschätzt.
Märkte und Sprachen
Lokalisierung ist ein Multiplikator, und maschinelle Übersetzung hebt ihn nicht auf. Native Keyword-Recherche, Anzeigentexte und Landingpages je Markt kosten zusätzlich, und sie entscheiden meist darüber, ob ein internationales Programm wirklich greift oder nur auf dem Papier existiert. Wir führen Kampagnen in jedem Zielmarkt muttersprachlich, weil genau an dieser Stelle internationale Programme scheitern.
Höhe des Mediabudgets
Größere Budgets verlangen feinere Kontostrukturen, mehr Tests und mehr Reporting. Der Steuerungsaufwand wächst langsamer als das Budget, aber er wächst mit.
Kreation und Content
Manche Retainer enthalten Landingpages, Anzeigenmotive und Gated Assets. Viele schließen sie stillschweigend aus. Eine ausgeschlossene Leistung wird später zur Rechnung, klären Sie das also vorab.
Messtiefe
Ohne Basis-Conversion-Tracking sollte kein Programm starten. Die Attribution von MQLs und SQLs bis in HubSpot, Marketo oder Salesforce, mit Dashboards, die Ihr Finanzbereich akzeptiert, ist echte Entwicklungsarbeit und wird entsprechend bepreist.
Kosten pro akzeptiertem Lead, die einzige vergleichbare Zahl
Kosten pro Klick messen Traffic, und Traffic ist nicht das Produkt. Die Kosten pro akzeptiertem Lead ergeben sich aus den Gesamtkosten des Programms, also Honorar plus Mediabudget, geteilt durch die Zahl der Leads, die Ihr Vertrieb tatsächlich akzeptiert hat. Der vom Vertrieb akzeptierte Lead (Sales Accepted Lead) ist dabei der einzige Punkt in der Kette, an dem jemand außerhalb des Marketings die Qualität bestätigt. Die Kennzahl entlarvt günstige Klicks, die nie konvertieren, und rechtfertigt teure Klicks, die konvertieren. Der Vergleich unten rechnet nur mit dem Mediabudget; das Honorar bliebe in beiden Spalten gleich und würde die Rangfolge nicht verändern.
Datentabelle
| Kanal | Kosten pro akzeptiertem Lead (nur Mediabudget) |
|---|---|
| Kanal A, 9 akzeptierte Leads | 1.111 US-Dollar |
| Kanal B, 21 akzeptierte Leads | 476 US-Dollar |
Dasselbe Budget, zweimal betrachtet.
| Kennzahl | Kanal A (günstige Klicks) | Kanal B (teure Klicks) |
|---|---|---|
| Mediabudget pro Monat | 10.000 US-Dollar | 10.000 US-Dollar |
| Kosten pro Klick | 2,50 US-Dollar | 12,00 US-Dollar |
| Klicks | 4.000 | 833 |
| Leads | 60 | 42 |
| Vom Vertrieb akzeptierte Leads | 9 | 21 |
| Kosten pro akzeptiertem Lead (nur Mediabudget) | 1.111 US-Dollar | 476 US-Dollar |
Der Kanal mit den teureren Klicks liefert den akzeptierten Lead für 476 US-Dollar, der billigere für 1.111. Günstige Klicks kann Ihnen jede Agentur versprechen. Fragen Sie stattdessen, was ein akzeptierter Lead kosten wird und wie Sie das im CRM nachprüfen.
Retainer, Projekt oder Hybrid?
Agenturen bepreisen Demand Generation im Wesentlichen auf drei Arten, und jede verteilt das Risiko anders zwischen Ihnen und der Agentur.
Der Retainer ist der Standard für laufende Programme. Sie zahlen ein festes Monatshonorar, das Strategie, Kampagnensteuerung, Optimierung, Anpassungen der Werbemittel und Reporting abdeckt. Er belohnt Kontinuität, weil die Agentur Lerneffekte Monat für Monat sammelt und Sie Ihre Kosten planen können. Das Risiko liegt darin, für Aktivität zu zahlen, deren Ergebnis niemand ausweist, weshalb der Reporting-Teil des Vertrags wichtiger ist als die Preiszeile.
Beim Projekt zahlen Sie einen Festpreis für eine abgegrenzte Leistung, etwa ein Kanal-Audit, einen Kampagnen-Launch, den Aufbau des Conversion-Trackings oder einen Markteintrittsplan. Es passt zu Unternehmen mit eigenem Team, das die Arbeit danach weiterführt. Für dauerhafte Demand Generation bietet es ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis, weil bezahlte Kanäle ohne wöchentliche Steuerung nachlassen und Sie die Einrichtungskosten jedes Mal neu bezahlen.
Ab einer gewissen Budgetgröße begegnet Ihnen häufig das Hybridmodell, also ein Grundhonorar plus ein Anteil am gesteuerten Budget. Branchenumfragen nennen dafür meist 10 bis 20 Prozent, bei stark schwankenden Konditionen. Das Modell koppelt den Agenturumsatz an Ihr Budget und richtet die Interessen damit auf Wachstum aus, kann aber höhere Ausgaben belohnen, auch wenn die Effizienz sinkt. Wenn Sie ein solches Angebot prüfen, deckeln Sie den Prozentsatz oder binden Sie ihn an eine Effizienzkennzahl.
Die Wahl zwischen den Modellen hängt davon ab, ob Demand Generation bei Ihnen eine Daueraufgabe ist. Bezahlte Kanäle brauchen wöchentliche Optimierung, und Zielgruppen, Qualitätsfaktoren und Conversion-Daten bauen sich unter durchgehender Steuerung auf. Ein Projekt passt, wenn Sie einmalig ein abgegrenztes Ergebnis brauchen und ein Team es danach weiterträgt. Wir empfehlen Unternehmen, die Agenturen prüfen, mit einem bezahlten Audit oder einem 90-Tage-Pilotprojekt zu starten, klar abgegrenzt und mit schriftlich vereinbarten Erfolgskriterien. Das bepreist die Zusammenarbeit für beide Seiten ehrlich. Eine Agentur, die von ihrer Arbeit überzeugt ist, lässt sich so messen. Wer sich dagegen sperrt, sagt Ihnen damit ebenfalls etwas. Überführen Sie danach nur die Kanäle in einen Retainer, die der Pilot belegt hat.
Eine Abgrenzung sollten Sie treffen, bevor Sie budgetieren. Demand Generation erzeugt Bedarf, Leadgenerierung schöpft ihn ab. Wenn Ihre Website bereits qualifizierten Traffic bekommt, der nicht konvertiert, ist die Conversion-Optimierung die günstigste Pipeline, die Sie bekommen können, bevor Sie zusätzliches Budget in neuen Bedarf stecken. Was diese Arbeit kostet, beschreibt unser Beitrag darüber, was Leadgenerierung im B2B kostet.
Was Sie vor der Unterschrift klären sollten
Diese fünf Fragen gehören auf den Tisch, bevor das Angebot in den Einkauf geht. Bleiben sie offen, werden sie im Buying Center später zum Streitpunkt.
- Was genau deckt das Honorar ab, von Kanälen über Kreation und Landingpages bis zum Reporting-Takt?
- Wie ist ein Lead definiert, und wer im Vertrieb entscheidet über die Annahme?
- An welchen Zahlen wird der Erfolg der ersten 90 Tage gemessen?
- Welche Positionen im Angebot sind Mediabudget, welche Honorar, und wie skalieren beide, wenn Ihr Volumen wächst?
- Wem gehören Werbekonten, Zielgruppen und Daten nach einer Trennung? Die einzig akzeptable Antwort lautet: Ihnen.
Wenn Sie diese Fragen durchgehen möchten, bevor Sie Angebote einholen, buchen Sie ein kostenloses Strategiegespräch mit unserem Team.
FAQ: Kosten von B2B Demand Generation
Was kostet eine Demand-Generation-Agentur pro Monat?
Laut den am häufigsten genannten Marktspannen beginnen Retainer bei rund 3.000 US-Dollar pro Monat und gehen bei großem Leistungsumfang über 20.000 US-Dollar hinaus, jeweils zuzüglich Mediabudget. Den Preis bestimmt der Leistungsumfang. Dazu zählen die Zahl der Kanäle, Märkte und Sprachen sowie die enthaltene Kreation und die Messtiefe. Vergleichen Sie Angebote anhand der Kosten pro akzeptiertem Lead, nicht anhand der Retainer-Zahl allein.
Wie hoch sollte das Mediabudget im B2B mindestens sein?
Die meisten B2B-Programme mit bezahlten Kanälen brauchen nach unserer Erfahrung mindestens 10.000 bis 15.000 US-Dollar pro Monat, um genug Conversion-Daten für die Optimierung zu erzeugen und im Markt sichtbar zu bleiben. Darunter konzentrieren Sie das Budget besser auf einen Kanal und einen Markt.
Ist ein Honorar als Anteil am Mediabudget fair?
Bei entsprechendem Volumen kann es das sein, weil der Steuerungsaufwand dort spürbar mitwächst. Branchenumfragen nennen meist 10 bis 20 Prozent des gesteuerten Mediabudgets. Schützen Sie sich, indem Sie den Prozentsatz deckeln und einen Teil des Honorars an eine Effizienzkennzahl wie die Kosten pro akzeptiertem Lead binden.
Was sind Kosten pro akzeptiertem Lead?
Das sind die Gesamtkosten des Programms aus Agenturhonorar und Mediabudget, geteilt durch die Zahl der Leads, die Ihr Vertrieb als qualifiziert akzeptiert hat. Diese Kennzahl ist der fairste Einzelwert für den Vergleich von Demand-Generation-Angeboten, weil sie günstigen Traffic ohne Conversion bestraft und teuren Traffic mit Conversion belohnt.
Lohnt sich ein bezahltes Pilotprojekt, bevor Sie sich auf einen Retainer festlegen?
Ja, sofern es praktikabel ist. Ein abgegrenztes 90-Tage-Pilotprojekt mit schriftlichen Erfolgskriterien bepreist die Zusammenarbeit ehrlich und liefert echte Leistungsdaten aus Ihrem eigenen Markt. Überführen Sie danach nur die Kanäle in einen Retainer, die der Pilot belegt hat, und behalten Sie Konten und Daten in Ihrem Besitz.
Warum gehen Angebote für Demand Generation so weit auseinander?
Weil der Leistungsumfang selbst so unterschiedlich ist. Ein Angebot deckt einen Kanal in einer Sprache ab, ein anderes fünf Kanäle in mehreren Märkten, inklusive Kreation und CRM-Attribution. Listen Sie zuerst auf, was jedes Angebot enthält, und vergleichen Sie dann die erwarteten Kosten pro akzeptiertem Lead. Die Retainer-Zahl allein sagt wenig.





