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ChatGPT-Werbung in Europa: Was B2B-Unternehmen in Deutschland jetzt buchen können

Redaktionelles Bild: eine unbeschriftete Konservendose auf Beton; der blaue Deckel ist mit dem Schlüssel erst ein kleines Stück aufgerollt, der größte Teil der Dose noch verschlossen.

Stand September 2026 können Sie in Deutschland Anzeigen in ChatGPT schalten. OpenAI hat ChatGPT-Werbung am 24. August in 31 europäischen Märkten gestartet und am 31. August angekündigt, dass Werbetreibende ihre Kampagnen auch selbst im Ads Manager buchen können. Der Kanal ist damit buchbar, unterliegt in Europa jedoch Einschränkungen, die insbesondere B2B-Anbieter betreffen.

Am schwersten wiegen drei davon. Für Kampagnen, die auf Deutschland ausgerichtet sind, können Sie keine eigenen Kundenlisten hochladen. Jobtitel und Unternehmensmerkmale gehören in keinem Markt zu den Targeting-Optionen, die OpenAI dokumentiert. Und wer ChatGPT mit Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu nutzt, sieht überhaupt keine Anzeigen. Ein Test kann sich trotzdem lohnen, wenn Sie diese Einschränkungen bei der Planung berücksichtigen.

Zwei Schritte innerhalb von sieben Tagen

Angefangen hat OpenAI in den USA. Seit dem 9. Februar 2026 sehen dort angemeldete Erwachsene in den Tarifen Free und Go Anzeigen. Danach kamen acht weitere Märkte hinzu. Dazu gehören Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea.

Europa kam im August an die Reihe. Nach der Ankündigung Mitte des Monats laufen seit dem 24. August 2026 Anzeigen in allen 27 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, laut heise, Horizont und Digiday zusammen 31 Märkte.

Am 31. August kündigte OpenAI den nächsten Schritt an: Werbetreibende in Europa, Indien, dem Nahen Osten und Nordafrika können ChatGPT-Anzeigen in einer Betaversion des Ads Managers selbst buchen. Laut OnlineMarketing.de und Digiday nannte OpenAI Deutschland, Österreich und die Schweiz ausdrücklich. Den Zugang schaltete OpenAI in den darauffolgenden Tagen schrittweise frei. Zwischen dem Anzeigenstart in Europa und dieser Ankündigung liegen 7 Tage.

Nach eigenen Angaben vom 31. August laufen die Anzeigen von OpenAI in mehr als 40 Ländern, zehntausende Werbetreibende nutzen sie, und nach weniger als 200 Tagen erreichte das Werbegeschäft eine annualisierte Run-Rate von 1 Milliarde US-Dollar. Das sind Angaben des Unternehmens, keine unabhängige Messung.

Selbst buchen oder über Partner

Für Unternehmen in Deutschland gibt es damit zwei Wege. Der Ads Manager ermöglicht die Selbstbuchung und befindet sich derzeit in der Betaphase. Zugang erhalten berechtigte Werbetreibende aus zugelassenen Branchen, sofern sie ihr Unternehmen verifizieren und eine Zahlungsmethode hinterlegen. Jede Anzeige durchläuft eine Richtlinienprüfung. Die Oberfläche gibt es auch auf Deutsch.

Das tägliche Mindestbudget richtet sich nach der Abrechnungswährung. Für Konten in Euro beträgt es laut OpenAI 15 €. Zum Start im Februar lagen die Mindestbudgets laut Digiday bei 200.000 bis 250.000 US-Dollar, später bei 50.000 US-Dollar. Mit dem Self-Service in den USA fielen sie laut Axios am 5. Mai 2026 weg.

Alternativ bleibt der Weg über das Sales-Team von OpenAI oder über Agentur- und Technologiepartner offen. Als Agenturpartner zum Europastart nannten Digiday und W&V am 19. August Publicis, Omnicom, WPP, Havas, Dentsu und Mediaplus, und als Technologiepartner hatte OpenAI bereits am 5. Mai 2026 Adobe, Criteo, Kargo, Pacvue und StackAdapt vorgestellt.

Im Ads Manager steuern Sie Ihre Kampagnen selbst, während bei einer Buchung über Partner zusätzliche Abstimmungen nötig sind. Prüfen Sie vor dem Start außerdem, ob Ihre Branche zugelassen ist. Einzelne Kategorien sind eingeschränkt, und OpenAI hat seine Werberichtlinie laut Search Engine Journal vom 12. August 2026 seit März viermal geändert.

Welche Targeting-Optionen es in Deutschland gibt

ChatGPT-Anzeigen richten sich nach dem Thema des laufenden Gesprächs. Dazu kommen wenige weitere Signale wie der ungefähre Standort und der Gerätetyp. Sie geben keine Gebote auf Keywords ab. Stattdessen hinterlegen Sie Context Hints. Das sind Hinweise in natürlicher Sprache, die beschreiben, in welchen Gesprächen Ihre Anzeige erscheinen soll. Sie buchen damit eine Anzeigenplatzierung im passenden Gesprächskontext.

Personalisierte Anzeigen, die frühere Chats, gespeicherte Erinnerungen oder Interaktionen mit Anzeigen einbeziehen, sind laut OpenAI im EWR und in der Schweiz vorerst nicht verfügbar. So steht es mit Stand September 2026 auch in der Entwicklerdokumentation.

ChatGPT-Werbung für Deutschland in vier ZahlenVier Zahlen zu ChatGPT-Werbung für Deutschland, Stand September 2026: 7 Tage vom Anzeigenstart in Europa am 24. August bis zur Self-Service-Ankündigung am 31. August, in 2 von 7 Tarifen erscheinen Anzeigen, 0 hochladbare Kundenlisten für Kampagnen in Deutschland und 18 Jahre Mindestalter für Konten mit Anzeigen. (COSEOM®)ChatGPT-Werbung für Deutschland in vier ZahlenStand September 2026, Tage und Tarife gezählt von COSEOM®7Tage vomEuropastart bis zumSelf-Service2von 7 Tarifen mitAnzeigen0hochladbareKundenlisten inDeutschland18Jahre Mindestalterfür Konten mitAnzeigen
Abbildung 1 Vier Eckdaten für Werbetreibende in Deutschland. Die 7 Tage und die 2 von 7 Tarifen sind eigene Zählungen auf Basis der Angaben von OpenAI. Quelle: OpenAI-Hilfe „Anzeigen in ChatGPT“ und Entwicklerdokumentation zu Custom Audiences; heise und Horizont zum Europastart; OnlineMarketing.de und Digiday zum Self-Service; Zählung von COSEOM®, abgerufen 11. September 2026
Datentabelle
Kennzahl Wert
Tage vom Europastart bis zum Self-Service 7
von 7 Tarifen mit Anzeigen 2
hochladbare Kundenlisten in Deutschland 0
Jahre Mindestalter für Konten mit Anzeigen 18

Im Ads Manager gibt es Custom Audiences, mit denen Werbetreibende E-Mail- oder Telefonlisten hochladen, um Personen ein- oder auszuschließen oder Gebote anzupassen. Für Kampagnen, die auf den EWR oder die Schweiz zielen, ist die Funktion laut Entwicklerdokumentation allerdings nicht verfügbar. Für auf Deutschland ausgerichtete Kampagnen heißt das: Es lassen sich keine Kundenlisten hochladen. Lookalikes, Jobtitel sowie firmografische und demografische Merkmale gehören in keinem Markt zu den Targeting-Optionen, die OpenAI dokumentiert.

Steuern können Sie eine Kampagne in Deutschland damit über das Zielland, die Plattform und Ihre Context Hints; wollen Sie Einkäufer nach Jobtitel oder Unternehmensgröße auswählen, bleibt dafür ein Kanal wie LinkedIn Ads.

Gebote und Kosten ohne Preisliste

Eine offizielle Preisliste für ChatGPT-Werbung hat OpenAI bis Anfang September 2026 nicht veröffentlicht. Als Gebotsarten stehen CPM (TKP), CPC und Conversion-Optimierung zur Wahl, wobei laut Digiday vom 19. August der Großteil der Ausgaben auf CPC entfällt. Für CPC-Kampagnen empfiehlt OpenAI zum Einstieg ein Höchstgebot von 3 bis 5 US-Dollar pro Klick, wie OnlineMarketing.de am 31. August zitierte.

US-CPM für ChatGPT-AnzeigenSäulendiagramm mit US-Werten für den CPM von ChatGPT-Anzeigen laut Digiday: 60 US-Dollar zum Start, im April 2026 zwischen 25 US-Dollar an der Untergrenze und 45 US-Dollar an der Obergrenze. Für Europa wurden bis Anfang September 2026 keine CPM-Werte veröffentlicht. (COSEOM®)US-CPM für ChatGPT-AnzeigenNur US-Werte, für Europa nicht veröffentlicht60 US-DollarStart45 US-DollarApril, Obergrenze25 US-DollarApril, Untergrenze
Abbildung 2 Die Werte stammen aus den USA. Für Europa liegen Stand September 2026 keine veröffentlichten Werte vor, und übertragen lassen sich die US-Zahlen nicht. Quelle: Digiday, Bericht vom 17. April 2026, abgerufen 11. September 2026
Datentabelle
Zeitpunkt CPM in US-Dollar
Start 60 US-Dollar
April, Obergrenze 45 US-Dollar
April, Untergrenze 25 US-Dollar

Für Europa wurden bis Anfang September 2026 keine CPM-Werte veröffentlicht. Aus den USA berichtete Digiday am 17. April 2026 von einem CPM von 60 US-Dollar zum Start und von 25 bis 45 US-Dollar im April. Auf den deutschen Markt übertragen lassen sich diese US-Werte nicht.

Gemessen wird über das OpenAI Pixel, die Conversions API und Integrationen von Drittanbietern. Richten Sie diese Messung ein, bevor Sie Budget freigeben. Ein Klickpreis allein sagt im B2B wenig. Interessant wird der Kanal erst, wenn Sie sehen, welche Klicks zu Anfragen und Terminen führen. Früh zu starten heißt außerdem, auf einer Plattform Lehrgeld zu zahlen, deren Regeln sich noch ändern.

Wer die Anzeigen zu sehen bekommt

Im September 2026 erscheinen Anzeigen in den Tarifen Free und Go sowie in ChatGPT ohne Anmeldung. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben laut OpenAI-Hilfe und Horizont vom 17. August werbefrei. Anzeigen werden damit nach unserer Zählung nur in 2 der 7 Tarife ausgespielt. Laut heise vom 19. August kostet Go rund 7 € im Monat, Plus rund 23 € und Pro 229 €.

Konten von Personen, die OpenAI als unter 18 Jahre alt einstuft, erhalten keine Anzeigen. Free-Nutzer können die Werbung abschalten, müssen dann aber mit stärkeren Nutzungsbeschränkungen leben. Bei Gesprächen über Gesundheit, psychische Gesundheit oder Politik werden ebenfalls keine Anzeigen eingeblendet. Politische Werbung lässt OpenAI gar nicht zu.

Für Ihr Buying Center ist diese Einschränkung besonders relevant. Mitarbeitende mit einem Business- oder Enterprise-Zugang sehen in ChatGPT keine einzige Anzeige, und wir gehen davon aus, dass gerade Entscheider öfter in solchen werbefreien Tarifen arbeiten als die Fachleute, die sie beraten. Belastbare Zahlen dazu kennen wir nicht. Antworten auf ihre Fragen zu Anbietern bekommen sie trotzdem. Ob Ihr Unternehmen darin vorkommt, ist eine Frage der Generative Engine Optimization.

Unser Rat für den Anfang ist deshalb ein kleiner, befristeter Test mit zusätzlichem Budget. Ziehen Sie dafür keine Mittel aus Kanälen ab, die bereits Anfragen liefern. Legen Sie vorher fest, woran Sie den Test messen. Gehört Ihre Branche zu den eingeschränkten Kategorien oder arbeitet Ihre Zielgruppe fast nur mit Unternehmenszugängen, spricht einiges dafür, noch zu warten. Wie ein solcher Test mit uns aussehen kann, erfahren Sie auf unserer Seite zu ChatGPT Ads.

Häufige Fragen

Gibt es Werbung in ChatGPT in Deutschland?

Ja. Seit dem 24. August 2026 laufen Anzeigen in ChatGPT in 31 europäischen Märkten, darunter alle EU-Staaten und damit auch Deutschland. Seit Ende August 2026 können Sie die Anzeigen im Ads Manager selbst buchen, vorerst in einer Betaversion. Der Weg über den Vertrieb von OpenAI und dessen Partner bleibt offen.

Kann ich ChatGPT-Werbung in Deutschland selbst schalten?

Das geht seit Ende August 2026. Am 31. August kündigte OpenAI den Self-Service im Ads Manager für Europa an und nannte Deutschland, Österreich und die Schweiz ausdrücklich. Voraussetzungen sind eine Unternehmensverifizierung, eine hinterlegte Zahlungsmethode und eine zugelassene Branche. Für Konten, die in Euro abrechnen, nennt OpenAI ein tägliches Mindestbudget von 15 €.

Lassen sich Kundenlisten oder Jobtitel für das Targeting nutzen?

Für Kampagnen, die auf Deutschland ausgerichtet sind, nicht, so der Stand im September 2026. Custom Audiences aus hochgeladenen E-Mail- oder Telefonlisten sind für den EWR und die Schweiz nicht verfügbar. Jobtitel, firmografische und demografische Merkmale sowie Lookalikes gehören in keinem Markt zu den dokumentierten Targeting-Optionen. Sie steuern über Zielland, Plattform und Context Hints.

Was kostet Werbung in ChatGPT?

Eine offizielle Preisliste gibt es nicht. OpenAI empfiehlt für CPC-Kampagnen zum Einstieg ein Höchstgebot von 3 bis 5 US-Dollar pro Klick. Für die USA nannte Digiday 60 US-Dollar CPM zum Start und 25 bis 45 US-Dollar im April 2026. Für Europa wurden bis Anfang September 2026 keine CPM-Werte veröffentlicht.

Bekommen alle ChatGPT-Nutzer Anzeigen zu sehen?

Nein. Anzeigen erscheinen in den Tarifen Free und Go sowie in ChatGPT ohne Anmeldung. Wer Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu nutzt, sieht keine. Konten von Personen, die OpenAI als unter 18 Jahre alt einstuft, bleiben ebenfalls ohne Werbung. Free-Nutzer können die Anzeigen abschalten und nehmen dafür stärkere Nutzungsbeschränkungen in Kauf.

Sehen Werbetreibende, worüber Nutzer mit ChatGPT sprechen?

Laut OpenAI nicht. Auf der deutschsprachigen Hilfeseite „Anzeigen in ChatGPT“ erklärt OpenAI, dass Chats, gespeicherte Erinnerungen, Namen, E-Mail-Adressen, genaue Standorte und IP-Adressen nicht an Werbetreibende weitergegeben werden. Ausgespielt wird die Anzeige nach dem Gesprächsthema. Personalisierte Anzeigen sind im EWR und in der Schweiz laut OpenAI noch nicht verfügbar.

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