Sie suchen jemanden für Ihr Google-Ads-Konto, und auf dem Tisch liegen zwei Angebote. Eines kommt von einem Google Ads Freelancer, das andere von einer Agentur. Beide können sehr gute Arbeit leisten. Im B2B sind allerdings drei Punkte entscheidend, die Sie im Erstgespräch direkt ansprechen sollten. Wer springt ein, wenn die zuständige Person ausfällt? Wer verantwortet das Tracking bis ins CRM? Und wem gehört am Ende das Konto?
Vorweg, damit Sie diesen Beitrag richtig einordnen: Wir sind selbst eine Agentur. Deshalb finden Sie hier weder Preise noch eine Rangliste. Wir beschreiben, wo die jeweilige Form ihre Stärken hat, und geben Ihnen Fragen an die Hand, mit denen Sie beide Angebote nach demselben Maßstab prüfen.
Was ein Freelancer im B2B gut kann
Der größte Vorteil ist der kurze Weg. Die Person, mit der Sie sprechen, ist dieselbe, die im Konto arbeitet. Es gibt keine Übergabe vom Vertrieb an ein Umsetzungsteam und keine Informationen, die unterwegs verloren gehen.
Viele Freelancer haben sich auf wenige Themen spezialisiert, etwa Suchkampagnen für Softwareanbieter oder Konten mit langen Verkaufszyklen. Wenn diese Spezialisierung zu Ihrem Geschäft passt, profitieren Sie von gebündelter Erfahrung in einem klar umrissenen Bereich.
Gut funktioniert das Modell, wenn Ihr Setup überschaubar ist. Ein Markt, ein Konto, ein klares Angebot, und im Haus eine Marketingverantwortliche oder ein Marketingverantwortlicher, die oder der die Richtung vorgibt. Dann ist ein Freelancer oft die schlankere Lösung.
Die Kehrseite liegt in der Einzelperson. Urlaub, Krankheit oder ein zweiter Großkunde wirken sich direkt auf Ihr Konto aus. Und die Fachbreite hat Grenzen. Wer hervorragend Kampagnen steuert, baut nicht zwangsläufig auch Landingpages oder die Anbindung an Ihr CRM.
Wo eine Agentur ihre Stärken hat
Eine Agentur verteilt die Arbeit auf mehrere Köpfe. Fällt jemand aus, übernimmt eine Kollegin oder ein Kollege, die oder der das Konto bereits kennt. Änderungen am Konto sieht in der Regel eine zweite Person, bevor sie live gehen.
Dazu kommt die Fachbreite. Im B2B hängt der Erfolg einer Suchkampagne selten nur an Keywords und Geboten. Tracking, Landingpages, LinkedIn-Kampagnen für dieselbe Zielgruppe und die Rückmeldung aus dem CRM gehören dazu. Eine Agentur kann diese Disziplinen unter einem Dach abdecken, wenn sie sie tatsächlich im Team hat.
Auch hier gibt es eine Kehrseite. Im Pitch sitzt die Geschäftsführung, im Konto arbeitet später vielleicht jemand mit wenig Erfahrung. Ansprechpartner wechseln. Und manche Agenturen verkaufen Pakete, die für alle Kunden gleich aussehen, obwohl Ihr Verkaufszyklus nichts mit dem eines Onlineshops zu tun hat.
| Kriterium | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|
| Ansprechpartner | Die Person, die im Konto arbeitet | Oft eine Kundenbetreuung, dahinter ein Team |
| Vertretung bei Ausfall | Muss vorab vereinbart werden | Meist im Team geregelt |
| Fachbreite | Stark spezialisiert auf wenige Themen | Breiter, wenn die Disziplinen im Haus sind |
| Tracking bis ins CRM | Je nach Person vorhanden oder nicht | Je nach Agentur vorhanden oder nicht |
| Typisches Risiko | Engpass bei einer Person | Wechselnde Besetzung und Standardpakete |
Im B2B zählt, wer sich um die Zeit nach dem Klick kümmert
Bei einem Onlineshop liegen Klick und Kauf oft nah beieinander. Im B2B vergehen zwischen Klick und Auftrag häufig Wochen oder Monate, und dazwischen liegen Formular, Qualifizierung, Termin und Angebot. Wenn Sie in Google Ads nur das ausgefüllte Formular als Conversion erfassen, steht im Konto nirgends, welche dieser Anfragen später zu Aufträgen wurden.
Die eigentliche Frage lautet also nicht Freelancer oder Agentur. Sie lautet: Wer verbindet Ihr Konto mit dem, was im Vertrieb passiert? Jemand muss festlegen, welche Stufe im CRM als qualifizierter Lead gilt, diese Stufe an Google Ads zurückmelden und prüfen, ob die Zahlen in beiden Systemen zusammenpassen.
Das können gute Freelancer genauso wie gute Agenturen. Fragen Sie deshalb beide nach einem konkreten Beispiel, bei dem sie diese Rückmeldung eingerichtet haben, und lassen Sie sich zeigen, wie das Reporting danach aussah. Was eine solche Betreuung im Einzelnen umfasst, beschreiben wir in unserem Beitrag zur Google Ads Betreuung.
Egal, wen Sie wählen: Das Konto gehört Ihnen
Diese Regel gilt für beide Modelle. Legen Sie das Google-Ads-Konto auf Ihr Unternehmen an, behalten Sie den Administratorzugriff und laden Sie Ihren Dienstleister ein. Dann bleiben Kampagnen, Verlauf und Conversion-Daten bei Ihnen, auch wenn die Zusammenarbeit endet.
Google Ads kennt laut der Google-Ads-Hilfe fünf Zugriffsebenen: Nur E-Mail, Abrechnung, Schreibgeschützt, Standard und Administrator. Kampagnen bearbeiten dürfen davon nur Standard und Administrator. Um Ihre Kampagnen zu bearbeiten, braucht Ihr Dienstleister also keinen Administratorzugriff. Benötigt er für eine einzelne Aufgabe mehr Rechte, klären Sie das gezielt für diese Aufgabe.
Datentabelle
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Zugriffsebenen in Google Ads | 5 |
| davon dürfen Kampagnen bearbeiten: Standard und Administrator | 2 |
Den Zugriff vergeben Sie im Konto im Menü Verwaltung unter „Zugriff und Sicherheit“. Viele Agenturen und manche Freelancer arbeiten stattdessen über ein Verwaltungskonto, mit dem Sie Ihr Konto verknüpfen. Nach der Verknüpfung können laut Google Nutzer mit Administratorzugriff auf das Verwaltungskonto Ihre Kampagnen verwalten. Auch das ist in Ordnung, solange Ihr eigener Administratorzugriff bestehen bleibt.
Fünf Fragen für das Erstgespräch
Stellen Sie beiden Anbietern dieselben Fragen. Die Antworten sagen mehr als jede Referenzliste.
- Wer arbeitet konkret in Ihrem Konto? Lassen Sie sich die Person nennen, nicht nur das Team.
- Wer übernimmt bei Urlaub oder Krankheit? Eine Antwort mit Namen ist besser als eine allgemeine Zusage.
- Wie werden qualifizierte Leads aus Ihrem CRM an Google Ads zurückgemeldet? Bitten Sie um ein Beispiel aus einem B2B-Konto.
- Welchen Zugriff braucht der Dienstleister? Zum Bearbeiten der Kampagnen reicht Standardzugriff. Den Administratorzugriff behalten Sie.
- Was steht jeden Monat im Reporting? Achten Sie darauf, ob Leads und Termine vorkommen oder nur Klicks und Kosten.
Wenn Sie noch verschiedene Anbieter prüfen, hilft unser Vergleich von SEA-Agenturen für B2B. Wie wir selbst arbeiten, lesen Sie auf der Seite zu unserer Google Ads Betreuung für B2B.
Häufige Fragen
Ist ein Google Ads Freelancer günstiger als eine Agentur?
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Vergleichen Sie den Leistungsumfang. Ist Tracking enthalten, die Anbindung an das CRM, Landingpages, ein monatliches Reporting? Erst dann werden zwei Angebote vergleichbar.
Wem sollte das Google-Ads-Konto gehören?
Ihrem Unternehmen. Legen Sie das Konto selbst an, behalten Sie den Administratorzugriff und geben Sie Ihrem Dienstleister den Zugriff, den er für die Arbeit braucht.
Welchen Zugriff braucht ein Dienstleister in Google Ads?
Laut der Google-Ads-Hilfe dürfen nur die Zugriffsebenen Standard und Administrator Kampagnen bearbeiten. Zum Bearbeiten Ihrer Kampagnen reicht also der Standardzugriff. Braucht Ihr Dienstleister für eine einzelne Aufgabe mehr Rechte, klären Sie das gezielt.
Kann ein Freelancer das Tracking bis ins CRM aufsetzen?
Manche können das sehr gut, andere konzentrieren sich auf die Kampagnen selbst. Fragen Sie nach einem Beispiel aus einem B2B-Konto, bei dem qualifizierte Leads aus dem CRM an Google Ads zurückgemeldet werden.
Wann lohnt sich der Wechsel vom Freelancer zur Agentur?
Oft dann, wenn zu Google Ads weitere Kanäle oder Märkte hinzukommen oder wenn die Abhängigkeit von einer einzelnen Person zum Risiko wird. Umgekehrt kann ein spezialisierter Freelancer die bessere Wahl sein, wenn eine Agentur Ihr Konto nur nebenbei betreut.
Kann man Freelancer und Agentur kombinieren?
Ja, das kommt vor. Entscheidend ist dann eine klare Zuständigkeit. Legen Sie fest, wer was im Konto ändert und wer die Zahlen verantwortet. Zwei Dienstleister ohne Absprache im selben Konto führen schnell zu widersprüchlichen Änderungen.




