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SaaS-SEO auf Deutsch: In welcher Sprache tatsächlich Nachfrage besteht

Redaktionelles Bild: Luftaufnahme einer hellen Kreideküste: Der große Strand ist dicht an dicht mit grauen Liegen belegt, in der kleinen Nachbarbucht steht eine einzige blaue Liege.

Die erste Entscheidung im SaaS-SEO ist keine Entscheidung über Keywords. Sie ist eine Entscheidung über die Sprache. In den Softwareunternehmen, mit denen wir arbeiten, fällt sie meistens nebenbei. Und überwiegend zugunsten des Englischen, weil das Produkt englisch heißt und das Pitchdeck auch. Wir haben nachgemessen, in acht Softwarekategorien, jeweils in Deutschland und in den USA. Das Ergebnis fällt je nach Kategorie unterschiedlich aus, und anders, als es in Meetings meistens dargestellt wird.

Zwei Zahlen vorweg. In den USA wird nach Projektmanagement-Software 190-mal häufiger gesucht als in Deutschland. Bei Helpdesk-Software ist es nur das 1,8-Fache. Beides sind Softwarekategorien, beide Male dieselbe Messung am selben Tag. Wer über „den deutschen Markt“ im Singular spricht, redet an dieser Spanne vorbei.

Die deutsche Nachfrage ist kleiner, aber die Lücke ist in jeder Kategorie eine andere

Wir haben am 24. August 2026 acht Kategorien verglichen, jede zweimal: einmal das Suchvolumen in Deutschland, einmal das in den USA. So viel größer fällt das US-Volumen aus. Projektmanagement 190-mal. Buchhaltung 125-mal. CRM 11-mal. ERP 6,1-mal. Zeiterfassung 4,3-mal. Personal 3,4-mal. Warenwirtschaft 2,2-mal. Helpdesk 1,8-mal.

Der größte Abstand ist damit rund 105-mal so groß wie der kleinste. Eine Faustregel wie „der deutsche Markt ist ein Zehntel so groß“ kommt hier nur einer einzigen Kategorie nahe, dem CRM mit Faktor 11. Bei den anderen sieben liegt sie weit daneben. Die Regel gibt es nicht. Es gibt nur Ihre Kategorie.

Auffällig ist außerdem, wonach die Leute überhaupt tippen. „crm software“, „erp software“, „hr software“ und „helpdesk software“ sind in beiden Märkten dieselbe Zeichenfolge. Der deutsche Einkäufer sucht also mit einem englischen Begriff und bekommt trotzdem eine deutsche Trefferliste. Wer seine Keyword-Liste danach sortiert, ob ein Wort deutsch aussieht, sortiert an der Nachfrage vorbei.

Im Deutschen ist der Wettbewerb niedriger, in allen acht Kategorien

Interessanter als das Volumen ist die zweite Spalte. Semrush schätzt für jedes Keyword eine Schwierigkeit zwischen 0 und 100. In allen acht Kategorien liegt der deutsche Wert unter dem amerikanischen. Ohne Ausnahme.

Geschätzte Keyword-Schwierigkeit: deutscher und amerikanischer Suchbegriff im VergleichBalkendiagramm der geschätzten Keyword-Schwierigkeit für acht Softwarekategorien, jeweils deutscher und amerikanischer Suchbegriff. Der deutsche Wert liegt in allen acht Kategorien unter dem amerikanischen.Geschätzte Keyword-Schwierigkeit: deutscher und amerikanischer Suchbegriff im VergleichSemrush Keyword Difficulty, 0 bis 100. Schätzwert, kein gemessenes Ranking.DeutschEnglisch (US)Helpdesk1948Personal3151ERP3274Zeiterfassung3773CRM4570Warenwirtschaft4676Projektmanagement4964Buchhaltung5998
Abbildung 1 Acht Kategorien, zweimal gemessen. In jeder einzelnen liegt der deutsche Wert niedriger, zwischen 15 und 42 Punkten. Quelle: Semrush, Datenbanken DE und US, abgerufen 24. August 2026
Datentabelle
Kategorie Deutsch Englisch (US)
Helpdesk 19 48
Personal 31 51
ERP 32 74
Zeiterfassung 37 73
CRM 45 70
Warenwirtschaft 46 76
Projektmanagement 49 64
Buchhaltung 59 98

Der Abstand reicht von 15 Punkten bei Projektmanagement bis 42 Punkten bei ERP. Buchhaltung liegt bei 39, Zeiterfassung bei 36, Warenwirtschaft bei 30, Helpdesk bei 29, CRM bei 25, Personal bei 20.

ERP ist der schärfste Fall. In Deutschland gibt es monatlich 5.400 Suchanfragen bei einer Schwierigkeit von 32. In den USA sind es 33.100 bei 74. Sie erreichen also rund ein Sechstel des amerikanischen Suchvolumens, konkurrieren dafür aber in einem Markt, der weniger als halb so umkämpft ist. Ob dieser Tausch sich lohnt, hängt davon ab, wie viel Zeit Sie haben und wie groß Ihr Redaktionsteam ist.

Die Sprache entscheiden Sie pro Kategorie, nicht pro Unternehmen

Der übliche Ablauf sieht anders aus. Jemand legt fest, dass „wir international denken“. Danach entsteht alles auf Englisch. Auch die Seiten für Kategorien, in denen Deutsch billiger gewesen wäre. Die Sprachwahl wird damit auf Unternehmensebene getroffen, obwohl die Daten für jede Kategorie anders ausfallen.

Der Tausch am Beispiel ERPKennzahlfeld zum Beispiel ERP: das deutsche Suchvolumen beträgt ein Sechstel des amerikanischen, die geschätzte Schwierigkeit liegt 42 Punkte niedriger, und in allen acht gemessenen Kategorien ist der deutsche Begriff weniger umkämpft.Der Tausch am Beispiel ERPVolumen 5.400 gegen 33.100 Suchanfragen im Monat, Schwierigkeit 32 gegen 74.6,1-malso viel häufiger wird derenglische Begriff gesucht42Punkte niedrigereSchwierigkeit im deutschenMarkt8von acht Kategorien ist derdeutsche Begriff wenigerumkämpft
Abbildung 2 ERP ist der schärfste Tausch in der Messung. Deutlich weniger Nachfrage, dafür ein Wettbewerb, der weniger als halb so hart ist. Ob sich das lohnt, entscheidet Ihre Kapazität und nicht die Tabelle. Quelle: Semrush, Datenbanken DE und US, eigene Berechnung, abgerufen 24. August 2026
Datentabelle
Kennzahl Wert
so viel häufiger wird der englische Begriff gesucht 6,1-mal
Punkte niedrigere Schwierigkeit im deutschen Markt 42
von acht Kategorien ist der deutsche Begriff weniger umkämpft 8

Praktisch heißt das: Nehmen Sie Ihre fünf wichtigsten Kategorien. Rufen Sie für jede Kategorie beide Datensätze ab. Sortieren Sie dann nach der Schwierigkeit, nicht nach dem Volumen. Wo der deutsche Wert deutlich niedriger liegt und ausreichend Nachfrage besteht, schreiben Sie zuerst auf Deutsch. Das ist die ganze Methode, und sie kostet einen Nachmittag.

Zwei Warnungen gehören dazu. Diese Schwierigkeitswerte sind Schätzungen, keine gemessenen Platzierungen, und taugen zum Vergleich zweier Zeilen, nicht als Zusage. Und Volumen ist nicht Umsatz: eine kleine deutsche Kategorie kann pro Abschluss mehr wert sein als eine große amerikanische. Dazu sagen unsere Zahlen nichts.

Wo Deutsch die falsche Wahl ist

Es gibt Fälle, in denen die Rechnung eindeutig gegen Deutsch ausgeht.

Wenn Ihre Käufer Entwickler sind, recherchieren sie nach unserer Erfahrung überwiegend auf Englisch, auch in Frankfurt. Wenn Ihr Vertrieb ohnehin nur außerhalb der DACH-Region Verträge abschließt, ist deutsche Reichweite bloß Statistik. Und wenn eine einzige Person die Inhalte schreibt, ist die zweite Sprache kein Zugewinn. Sie ist eine Halbierung. Zwei halb ausgebaute Sprachversionen ranken erfahrungsgemäß schlechter als eine fertige.

Der Fehler in die andere Richtung ist genauso teuer. Ein deutsches Unternehmen will seine deutschen Käufer über englische Seiten erreichen. Es zahlt dafür den härteren Wettbewerb. Und im deutschen B2B steht am Ende ohnehin ein Dokument, das jemand auf Deutsch liest. Wie sich daraus eine ganze Reihenfolge ergibt, steht in unserer B2B-SEO-Strategie.

Was das für die nächsten drei Monate heißt

Wenn Sie heute anfangen, reicht eine kurze Liste. Rufen Sie für Ihre Kategorien beide Datensätze ab, den deutschen und den englischen, mit Volumen und Schwierigkeit. Entscheiden Sie die Sprache pro Kategorie und schreiben Sie die Entscheidung auf, mit Datum, damit im November niemand rät.

Bauen Sie dann die Kategorie mit dem besten Verhältnis zuerst vollständig aus, statt in allen gleichzeitig anzufangen. Prüfen Sie die Zahlen im nächsten Quartal noch einmal. Die geschätzten Schwierigkeitswerte verändern sich. Eine Kategorie, die heute kaum umkämpft ist, kann in einem Jahr fest besetzt sein. Wenn Sie das nicht selbst machen wollen, macht COSEOM® genau diese Vorarbeit, bevor der erste Text entsteht.

Häufig gestellte Fragen zu SaaS-SEO

Was ist SaaS-SEO überhaupt?

Gemeint ist Suchmaschinenoptimierung für Softwareprodukte, die als Abonnement verkauft werden. Die Technik ist dieselbe wie sonst. Anders ist meistens der Entscheidungsprozess: mehrere Beteiligte, eine lange Vergleichsphase und oft zwei Sprachen, in denen derselbe Käufer recherchiert.

Sollte ein deutsches SaaS-Unternehmen auf Deutsch oder auf Englisch ranken?

Das entscheidet sich pro Produktkategorie, nicht für das ganze Unternehmen. In unserer Messung vom August 2026 war die deutsche Variante in allen acht Kategorien weniger umkämpft. Wie viel Suchvolumen dabei verloren geht, unterscheidet sich allerdings stark: Faktor 1,8 bei Helpdesk, Faktor 190 bei Projektmanagement.

Warum ist der Wettbewerb auf Deutsch niedriger?

Unsere Zahlen zeigen den Abstand, nicht seine Ursache. Plausibel ist, dass weniger Anbieter auf Deutsch schreiben und die großen amerikanischen Wettbewerber ihre Inhalte oft nur teilweise übersetzen. Nachgewiesen haben wir das nicht.

Wie viel Suchvolumen ist zu wenig, um sich zu lohnen?

Dafür gibt es keine allgemeine Grenze, und wer Ihnen eine nennt, kennt Ihren Abschlusswert nicht. Rechnen Sie stattdessen zurück. Wie viele Abschlüsse brauchen Sie? Welcher Anteil der Suchenden wird jemals Kunde? Und wie lange dauert es bis zur ersten Platzierung?

Reicht es, die englischen Seiten übersetzen zu lassen?

Selten. Die deutschen Suchbegriffe sind oft nicht die Übersetzung der englischen, und manche Kategorien werden auch hierzulande mit dem englischen Begriff gesucht. Eine Übersetzung übernimmt die Keyword-Auswahl des Originals und damit auch dessen Blindstellen.

Wie oft sollte man diese Zahlen neu prüfen?

Einmal pro Quartal genügt für die Reihenfolge. Schwierigkeitswerte sind Schätzungen und verändern sich, sobald ein größerer Anbieter eine Kategorie ernst nimmt. Die Zahlen in diesem Text stammen vom 24. August 2026.

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